Forstgut


Das Forstgut Michelhof umfasst ca. 150 ha forstliche Betriebsfläche. Alle Flächen
liegen arrondiert. Der gesamte Betrieb befindet sich im Landschaftsschutzgebiet im
Naturpark Südschwarzwald.
Wir haben mit 15 ha Waldbiotopfläche einen recht hohen Anteil an seltenen
naturnahen Waldgesellschaften. Obwohl die Nadelwaldreinbestände mit ca.92 ha
noch recht hoch erscheinen, wurden in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten gröβte
Anstrengungen unternommen, durch die Verjüngung unter Schirm einen naturnahen
altersunterschiedlichen Bergmischwald zu entwickeln.
Die Ergebnisse dieser Arbeit lassen sich sehen. Der Vorbau von Tanne, Buche,
Bergahorn, Kirsche und Lärche steht vorbildlich und wartet auf eine
Jungbestandspflege. Streng nach dem alten Grundsatz „früh, mäβig, regelmäβig“,
werden wir in den nächsten Jahren behutsam aber konsequent in die Jungbestände
gehen.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Altholzentnahme. Da wir zielgerichtet an der
Umwandlung von Altersklassenwäldern in ungleichaltrige, gemischte Bestände
arbeiten (Plenterwaldprinzip), schlagen wir das Altholz i.d.R. einzelbaumbezogen.
Wir versuchen die dazu notwendigen schweren Maschinen so boden- und
bestandesschonend wie möglich einzusetzen.
Ziel ist es eine Gleichgewichtsstruktur im Wald zu erreichen (Dauerwald). D.h. wir
entnehmen im ungleichaltrigen Bestand immer nur soviel Stämme einer
Durchmesserklasse, wie aus der nächst niedrigeren nachwachsen.
Es stehen also dann verschiedenaltrige, aus unterschiedlichen Baumarten
bestehende Bestände auf den Flächen. Dazu gehört natürlich auch eine artenreiche
Busch- und Krautvegetation sowie eine vielfältige Insekten- und Vogelwelt. Natürlich
auch ein angepaβter Schalenwildbestand.
Aus dem Gesagten wird deutlich, dass für uns Wald nicht nur Holzerzeugung
bedeutet, sondern sehr viel mit Pflege, Nachhaltigkeit und Vorbereitung einer
lebenswerten Zukunft für unsere Kinder zu tun hat.

Jagd

Für guten Waldbau braucht man zwei Dinge; „ Eine scharfe Axt und ein gutes
Gewehr!“

Dies ist ein alter Grundsatz der Waldbauern, den man auch modern übersetzen
könnte mit „Wald vor Wild“.

Wir haben zu hohe Schalenwildbestände in unseren Wäldern und die Bejagung
desselben ist gleichwertig mit den direkten Arbeiten im Wald anzusehen. Es sollte
doch möglich sein, die Waldverjüngung ohne aufwändige Schutzmaβnahmen
(Zaunbau, Einzelverbissschutz) wachsen zu sehen. Auch hier ist ein Gleichgewicht
anzustreben. Und wer schon einmal eine mehrfach verbissene Weisstanne gesehen
hat, wird nicht auf die Idee kommen und sagen, dass dieser Baum sich noch
„wohlfühlen“ kann.

Angepasste Wildbestände stehen deshalb auf unserer Agenda sehr weit oben.
Leider hat sich die Jagd in einem mehr oder weniger grossen Hobbybereich etabliert.
Ein professionelles Vorgehen wird dadurch zumindest erschwert. Der Wald ist aber
insgesamt ein kolossales volkswirtschaftliches Vermögen (CO2 Speicherung,
Sauberhaltung von Wasser, Luft und Boden, Erosionsminderung etc.) und braucht
unser aller Aufmerksamkeit damit sich optimale Bedingungen zu seiner
Selbstregulation entwickeln können.